Grüne Band

Videovortrag über das Grüne Band

Ehemalige Innerdeutsche Grenze ist zum Grünen Band geworden

Eindrucksvolle Multivisionsschau vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Der 50-jährige Mario Goldstein schilderte in rund 70 Minuten seine wechselvollen Lebensgeschichte in der ehemaligen DDR und kommentierte auf einer Großleinwand erstaunliche Bilder von seltenen Pflanzen- und Tierarten. Der heutige Weltenbummler wurde mit 15 Jahren der Republikflucht verdächtigt und vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mehrere Jahre ins Gefängnis gesperrt. Mit 18 Jahren erfüllte sich Goldsteins Wunsch nach Freiheit. Er flüchtete über die Grenze zur Tschechoslowakei, wurde festgenommen, erneut eingesperrt und von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft.

Von insgesamt sieben Veranstaltungsorten sind in Abbenrode die meisten Besucher zur Liveshow gekommen

Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Rund 160 Besucher aus Ost und West, darunter auch ehemalige Soldaten der DDR-Grenztruppen sowie Beamte des BGS und Zollgrenzdienstes, begleiteten den Abenteurer und Weltreisenden auf seiner 1393 km Wanderung auf dem teilweise mit Betonplatten ausgelegten Kolonnenweg im Grünen Band, davon 343 km in Sachsen-Anhalt, die er mit seiner Hündin Sunny durchgeführt hat.

Hierbei begegnete er Zeitzeugen, ehemalige Grenzsoldaten, Flüchtlinge und Naturschützer. Auf dem Weg durch den Harz führte Mario Goldstein ein Interview mit Benno Schmidt (bekannt als Brocken-Benno), der seit der Grenzöffnung vor rund 30 Jahren den höchsten Gipfel im Harz bereits mehrere tausendmal von Schierke bestiegen hat. Im nördlichen Harzvorland interviewte der Abenteurer den ehemaligen Bundesgrenzschutzbeamten Lothar Engler und den geflüchteten Rudi Schimko. Engler zeigte ihm den Grenzführungsbunker bei Stapelburg und den Grenzübersichtspunkt zwischen Wiedelah und Wülperode. Rudi Schimko ist mit 15 Jahren und drei weiteren Schülern am 31. Mai 1964 in den Nachtstunden von Wasserleben über den Todesstreifen zwischen Stapelburg und Abbenrode unversehrt nach Eckertal geflüchtet.

Mehr als hundert Dörfer und Gehöfte, die sich in unmittelbarer Nähe der Staatsgrenze West befanden, wurden abgerissen. Dazu zählte auch die von Adolf Just am 1. April 1896 gegründete Kuranstalt Jungborn bei Eckertal.

Fazit: Aus der informativen Dokumentation sollte ein Film erstellt und im Fernsehen, aber auch in den Schulen gezeigt werden.

Text/Fotos: Helmut Gleuel