Erzförderung
Kaffeetrinken

Treffen 30 Jahre nach Ende der Erzförderung

Am 30. Juni 1988 wurde nach mehr als 1000 Jahren die Erzförderung im Rammelsberg eingestellt.

Die Museumsleitung hatte am Samstagnachmittag alle Ehemaligen in das Casino eingeladen, um an diesem Tag bei Kaffee und Kuchen über die Vergangenheit zu klönen. Direktor Gerhard Lenz, Dr. Martin Wetzel (Kommunikation) und der stellvertretende Museumsleiter Dr. Johannes Großewinkelmann konnten 35 Ehemalige, vom Bergmann, Steiger, Hauer, Maurer, Tischler und Elektriker begrüßen.

Großewinkelmann ging noch einmal auf die damalige Schließung ein: „Sie waren damals der Motor der Region und haben den Bergbau Jahrzehnte geprägt. Aber es wurde nicht mehr profitabel gearbeitet“. Viele gingen damals in Rente, vier Steiger und sechs Hauer wurden in Bad Grund im Bergwerk untergebracht. Die damalige Preussag versuchte alle unterzubringen.

Der größte Teil ist der Heimat in und um Goslar treu geblieben, einige kamen aus dem Salzgitter-Gebiet.

“Seit 2008 kommen die Kumpel wieder zusammen, immer am 30. Juni und am ersten Adventssonntag. Es gibt noch einen Treffpunkt: an jedem 1. des Monats wird von acht ehemaligen Steigern in der Besucherkaue zu einem Schärperfrühstück  eingeladen. So bleibt eine alte Tradition erhalten,” so Organisator Klaus Hubrich.

Der älteste der Ehemaligen, Hans Blut aus Langelsheim, inzwischen 94 Jahre alt, hatte bereits 1938 als Bergjungmann in der Lehrwerkstatt zusammen mit elf weiteren eine dreijährige Ausbildung begonnen. Er war 38 Jahre im Abbau und in der Aufarbeitung tätig. Die Arbeitszeiten waren immer von 5.45 Uhr bis 14 Uhr und die Nachmittagsschicht von 14 bis 22 Uhr. Wenn Spezialarbeiten anfielen, wurde auch eine Nachtschicht eingelegt.

Einen tragischen Tag hatte Hans Blut am 13. November 1971, er wurde zusammen mit einem Kollegen verschüttet, er selbst wurde nach acht Stunden geborgen, sein Kumpel war leider tot.

Er selbst war nur bis zum Unterleib verschüttet und leicht verletzt, er kam zur Beobachtung ins Krankenhaus. Nach sechs Wochen war er wieder gesund. Im Alter von 55 Jahren ging es 1980 in Rente. Als Maurer war der 74-jährige Klaus Walter aus Weddingen ab 1974 bis zur Schließung im Rammelsberg tätig. Er hat unter und über Tage gearbeitet, so wie die Arbeit anfiel. Reparaturarbeiten wurden durchgeführt, Wettertüren, Steiger- und Frühstücksbuchten wurden gemauert. Auch Betonstraßen wurden gebaut. Mit Loren kam der Fertigbeton von oben, so es hat immer sehr lange gedauert, bis der Beton unten ankam. Trotz Verzögerer war die Mischung schon sehr trocken, aber mit einem selbst entwickelten Rüttler wurde sie wieder in den richtigen Zustand gebracht. Klaus Walter hatte 1988 das große Glück, dass beim Landesamt für Straßenbau in der örtlichen Baubewachung ein Mitarbeiter gesucht wurden. Er überwachte die Bauarbeiten beim Neubau der A 395 und der Ortsumgehung Langelsheim. Im Jahr 2003 ging er mit 59 Jahren in Altersteilzeit.

Zum Abschluss wurde die Ausstellung Tierischer Bergbau besucht, sie ist noch bis zum 11. November geöffnet.

Homepage: Weltkulturerbe Rammelsberg Museum & Besucherbergwerk