Pink-Westen-Aktion
Mit einer Pink-Westen-Aktion machten die Direktversicherungsgeschädigten in der
Fußgängerzone von Goslar für mehr Gerechtigkeit aufmerksam

Pink-Westen wollen mehr Gerechtigkeit

Mit einer Pink-Westen-Aktion machten Direktversicherungsgeschädigte in der Fußgängerzone von Goslar aufmerksam

Bekleidet mit Pink-Westen wurden Informationsblätter verteilt und es wurde versucht mit den Menschen zu sprechen und die Leute aufzuklären.
Es waren zwölf Teilnehmer, die alle gehörig Wut im Bauch hatten. Aus Clausthal-Zellerfeld, Bad Harzburg, Hahausen, Liebenburg, Lautenthal, Seesen und Goslar waren sie angereist. Alle fühlen sich vom Staat getäuscht und betrogen. Durch einen politischen Eingriff wurde ihre selbstfinanzierte, private Direktversicherung rückwirkend zu einer betrieblichen Altersversorgung erklärt.

Die Gesetzesänderung sorgte dafür, dass die Leistungen ihrer Direktversicherung deutlich geringer ausfallen als versprochen. „Wir lassen uns nicht gefallen, dass uns sauer verdientes Geld entzogen wird. Wenn man das in der freien Wirtschaft machen würde, gäbe es Proteste“, so die Teilnehmer der Pink-Westen-Aktion. Die Betroffenen hatten ihre persönlichen Erfahrungen machen müssen und dabei große Ungerechtigkeiten festgestellt. Einst hatte die Politik kräftig für den Abschluss einer privaten Altersvorsorge geworben, um die gesetzliche Rente zu ergänzen.

Als Anreiz begünstigte sie das Modell der Direktversicherung

Wer Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nutzte, um sie über den Arbeitgeber in eine Versicherung einzahlen zu lassen, blieb von den üblichen Sozialabgaben auf diese Beiträge verschont. Eine Gesetzesänderung führte aber dazu, dass seit dem Jahr 2004 auf den gesamten Versicherungsbetrag Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von fast knapp 20 Prozent zu zahlen sind. Und zwar auch rückwirkend, also selbst für die Verträge, die unter ganz anderen Voraussetzungen abgeschlossen worden waren. Plötzlich fielen die Kapitalleistungen um etwa 20 Prozent niedriger aus als kalkuliert. Hinzu kommt, dass sich in vielen Fällen durch die Zahlungen in die Direktversicherung die Rentenbeiträge reduzieren und somit auch die normale Rente sinkt. Viele Versicherungsnehmer wissen noch gar nichts davon, weil sie die Verträge noch nicht ausgezahlt bekommen haben.

Bisher sind über 50 Personen im Info-Verteiler von Martha und Klaus Gollert aus Lautenthal. Wer gern darin aufgenommen werden möchte, sollte eine E-Mail an kmgollert@kabelmail.de senden. Zur nächsten Infoveranstaltung, einem Stammtisch, wird am Donnerstag, 28. März, 18 Uhr, nach Lautenthal in die Grüne Tanne eingeladen. Jeder, der Interesse an dem Treffen der Direktversicherungsgeschädigten hat, ist an diesem Abend recht herzlich eingeladen.